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Wir stellen euch Community Member Inga Gezalian vor

By Grace - 4 min read

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Inga Gezalian ([@ingagezalian](https://www.eyeem.com/u/25368217)) ist eine Fotografin aus Odessa in der Ukraine. Ihre eindrucksvollen Portraitaufnahmen haben sowohl unsere Aufmerksamkeit auf sich gezogen als auch unsere Vorstellungskraft – daher haben wir ihr [eine Reihe von Fragen](https://www.eyeem.com/blog/tag/take-ten/), um mehr über Inga und ihr Werk zu erfahren.

“Ich bin auf direkten Augenkontakt spezialisiert.”

Worauf spezialisierst Du Dich in der Fotografie?
Direkter Augenkontakt. Ich mache Portraitaufnahmen, insbesondere Nahaufnahmen.

Hier sind unsere drei Lieblingsfotos aus der hochgeladenen Auswahl. Gibt es hinter den Fotos eine Geschichte?

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Das erste Foto repräsentiert mich insgesamt am Besten. Ich mache gerne „Kunstfotografie” die Gefühle auslöst wie Vertrautheit (englisch: nowness). Ich erfasse dabei Schwingungen, Töne, Farben und Emotionen, welche ich von der Person vor mir empfange. Das Modell in dem Bild erinnert mich an Feuer, Vulkane, orangene Farben.

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In dieses rote Neonlicht habe ich mich verliebt, und ich wollte damit Portraitaufnahmen machen wie in „Xavier-Dolan-Filmen.“ Aber die Wirklichkeit kann grausam sein: Es war überhaupt kein ruhiger Ort, und viele Arbeiter rannten eilig herum. Nun, alles was Du für solche Aufnahmen brauchst, ist Dein IPhone und etwas Vorstellungskraft. Der Kontakt mit der Person entscheidet über das Resultat.

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Diese Geschichte ist ein wenig rebellisch. Wir sind zu dritt – ich, mein Modell Olga und ihr Bruder – auf das Dach gestiegen, aus reiner Abenteuerlust. Offiziell dürfen wir das nicht, daher wussten wir, dass man uns jederzeit hinauswerfen könnte. Der Blick von diesem Dachgipfel aus war jedoch unseren Mut wert.

Film oder Digital? Und warum?
Beides. Mit dem IPhone bleibt man unbemerkt, zugleich ist man aber auch höchst präsent. Mit Film kann man Gefühle und Gedanken festhalten, aber es sind keine weiteren Aufnahmen erlaubt. Es ist ein magisches, ja ich würde sogar sagen, ein spirituelles visuelles Werkzeug.

Welchen Einfluss hat Dein Land oder Deine Stadt auf Dich?
Ich nehme an, dass meine südlich gelegene Stadt Odessa bei der Wahrnehmung des Gefühls der Vertrautheit hilft. Das Gefühl, dass „alles erlaubt ist“ trifft zu, wenn man dort seine ersten Schritte macht. Obwohl ich mein Gefühl für „Heimat“ nicht mit irgendwelchen Geodaten verbinde.

Hast Du ein Foto, das du uns zeigen möchtest?

Wie wichtig ist für Dich die Nachbearbeitung?
Nachbearbeitung ist wichtig, aber sie ist intuitiv. Zuerst überlege ich, was ich möchte: Dann werden zum Beispiel Störungen oder Flecke eingefügt. Dann suche ich nach einem passenden Filter oder App. Aber offensichtlich sind mir Portraitaufnahmen lieber, die schon ohne Bearbeitung gut genug sind. Filme bearbeite ich am liebsten überhaupt nicht.

Hast Du schon Fotos von Dir auf EyeEm Market verkauft?
Nee. Ich nehme an, dass das zum Teil daran liegt, dass ich mit meinem IPhone in ruhigen, dunklen Plätzen arbeite, und dadurch die Qualität nicht gut genug wird. Das ändert sich hoffentlich.

Dein liebstes Ritual beim Fotografieren?
Ich bin von der Idee begeistert, Dinge zu schaffen, die zugleich tief und einfach sind. Normaler Weise beschäftige ich mich mit dem Objekt, das ich ablichten möchte – und nach einer Weile erinnern mich die Dinge in meiner Umgebung spontan an das Projekt, an dem ich arbeite. Das geschieht, ohne dass ich das steuern kann. Ich sammle auch Zitate, die man in Bildlegenden verwenden kann.

Welchem Favoriten folgst Du auf EyeEm?
Luka Khabelashvili

Wenn du mit einem berühmten Fotografen einen Kaffee trinken gehen könntest, wer würde das sein?
Andy Warhol oder vielleicht Man Ray.

Hast du fotografische Träume, die noch nicht realisiert sind? Oder Projekte, an denen Du im Augenblick arbeitest?
Meine Aufnahmen sind meistens „zufällig”. Aber der Weg zum Glück beruht auf einem investigativen Vorgehen. In meinem Kopf befinden sich viele Projekte. Im Augenblick arbeite ich an einem Projekt, das sich mit Wellenlängen beschäftigt. Ich würde Töne gerne auf Bild aufnehmen, um sie zu visualisieren. Im Augenblick versuche ich einen Weg zu finden, sie in Bilder zu integrieren.

Meine Fotos beruhen auf dem Einfluss von lebhaften Farben auf den Betrachter. Künstler wie Rothko und Kandinsky liebe ich. Und soweit wir das verstehen, sind sowohl Töne als auch Farben nur Schwingungen mit verschiedenen Wellenlängen – und die Linse könnte ein Werkzeug sein, um beides zu erfassen.

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