Community

So machst du bessere Fotos mit deinem Handy

By Lars - 6 min read

Sechs Tipps, mit denen du dein Können herausforderst.

Einst war Fotografieren Leuten mit viel Geld vorbehalten: Man musste teure Kameras und Objektive anschaffen, Filme kaufen und für die Entwicklung bezahlen. Mit der digitalen Revolution änderte sich das alles: Das Smartphone wurde zur Kamera und das Fotografieren für alle zugänglich. Die meisten Handys haben mittlerweile Kameras, die weit besser sind, als professionelle Digitalkameras von vor ein paar Jahren — und jeder kann Fotograf werden.
Gute Fotos zu machen, ist aber nicht nur eine Frage des Equipments. Letztlich ist die Kamera nur ein Werkzeug, um festzuhalten, was du siehst. Selbst die beste Kamera hilft also nicht weiter, wenn du nicht weißt, was man damit anfangen kann. Es geht also viel mehr darum das richtige Sehen zu erlernen und zu üben.
Hier sind sechs Tipps, die dich genau dazu herausfordern.

1. Näher Ran

Der berühmte Fotograf Robert Capa hat einmal gesagt: “Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, bist du nicht nah genug dran”. Der Ratschlag wirkt unglaublich naheliegend, aber man kann ihn gar nicht oft genug wiederholen.
Die meisten Fotos, die langweilig erscheinen, sind von zu weit weg aufgenommen und enthalten keine sichtbaren Details. Wirklich gute Bilder geben dem Betrachter etwas zu entdecken, sie überraschen oder erfreuen ihn – und das ist von weitem schwierig. Wenn du nicht gerade eine Landschaft fotografierst (der du dich schwerlich nähern kannst) oder ein sehr hohes Gebäude (von dem du weit entfernt sein musst, um es komplett abzubilden), versuche einfach, so nah wie möglich an das Subjekt heranzukommen.
Portraits sind viel überzeugender, wenn sie nur das Gesicht und nicht den ganzen Körper zeigen. Die Natur enthüllt Muster und kleine Welten aus nächster Nähe. Wage es einfach, näher heranzugehen – und schon werden deine Fotos viel besser.

2. Verlasse dich aufs Auge, nicht auf die Technik.

Flock of birds on beach against sky

Mit dem Handy steht dir eine überraschend leistungsstarke Kamera zur Verfügung. Aber lass dich nicht dazu verleiten, zu denken, dass die Kamera die ganze Arbeit für dich erledigt.
Wenn etwas für das menschliche Auge schon nicht interessant aussieht, stehen die Chancen schlecht, dass die Kamera oder ein paar Filter das gleiche Subjekt auf magische Weise gut aussehen lassen.
Werfe einen Blick auf die Fotos, die du in letzter Zeit gemacht hast. Welche gefallen dir am Besten? Wahrscheinlich die, bei denen das Licht schön war, der Hintergrund interessant oder das Ereignis, das du aufgenommen hast, besonders ungewöhnlich.
Der Schlüssel zu besseren Fotos liegt darin, solche Situationen klar zu erkennen und sie zu aufzunehmen wenn sie passieren — anstatt zu denken, dass die richtige Kamera sie von alleine festhalten wird.

3. Licht ist alles

reflection

Telefonkameras sind sehr gut darin geworden, Farben wiederzugeben. Sie haben aber noch immer Probleme damit, dunkle Situationen gut einzufangen. Teilweise liegt das an der Physik: Telefonkameras müssen tragbar sein, und so verwenden sie kleine Objektive, die viel weniger Licht hineinlassen als ihre Pendants and großen Kameras.
Und auch wenn Telefone mit jeder Iteration besser mit schlechten Lichtverhältnissen klarkommen, bleibt gutes Licht für ein gutes Foto von grundlegender Bedeutung. Lass dein Handy nachts besser in der Tasche und nutze es stattdessen viel mehr tagsüber.
Fotografen lieben das goldene Licht vom späten Nachmittag, das Motive in ein angenehmes, weiches Licht taucht. Das ist z.B. Ideal für Portraits. Wenn die Sonne untergeht, gibt es die „blaue Stunde“, einen kurzen Zeitpunkt mit blauem Licht, welches Städte und Landschaften mystisch erscheinen lässt. Warte auf einen Zeitpunkt mit gutem Licht und es spielt kaum noch eine Rolle, welche Kamera du verwendest.

4. Organisiere den Bildausschnitt.

real people

Das schärfste Auge und das beste Licht helfen nicht weiter, wenn deine Fotos unübersichtlich und vollgestellt sind.
Bei der (mobilen) Fotografie geht es darum, Entscheidungen zu treffen, was du aufnimmst und was du besser weglässt. Denke daran dich dem Motiv zu nähern und versuche, so viel wie möglich davon aufs Bild zu bekommen. Genauso wichtig ist aber der Hintergrund: Ein schön gerahmtes Motiv kann durch einen chaotischen Hintergrund ruiniert werden. Bewege dich also um das Motiv herum, um es aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und einen Hintergrund zu finden, der entweder sauber oder interessant ist. Das kann eine kontrastierende Farbe sein, ein dramatischer Himmel oder was auch immer dir besonders gut gefällt.

5. Kenne dein Limit

Directly below shot of illuminated light bulbs against black background

Ein Telefon ist nicht dasselbe wie eine Spiegelreflex-Kamera. Es ist langsamer, hat schlechtere Objektive und bietet in der Regel keinen Zoom. Aber lass dich davon nicht abschrecken: Technisch eingeschränkt zu sein ist ein toller Motivator, um ein besserer Fotograf zu werden.
Eine Einschränkung zwingt dich dazu, kreativ zu kompensieren. Du kannst nicht zoomen? Versuche einfach, mit den Füßen zu „zoomen“, indem du dich um das Motiv herum bewegst und verschiedene Blickwinkel findest. Die Kamera ist zu langsam für Sportfotografie? Nehme stattdessen auf, was unmittelbar vor oder nach dem Event passiert.
Gute Fotografie erfordert keine große Ausrüstung, sondern die Bereitschaft, mit den verfügbaren Werkzeugen etwas Neues auszuprobieren. Um bessere Fotos mit dem Handy zu machen, nutze die Einschränkungen als Motivation, neue Techniken auszuprobieren.

6 Von anderen lernen
Es gibt einige außergewöhnliche Fotografen, die das Fotografieren mit einem Handy zu ihrer Spezialität gemacht haben. Auf EyeEm kannst du dir z.B. Community-Mitglieder wie Cielo de la Paz oder Monika Kanokova ansehen. Diese Fotografen benutzen nur ihre Telefone und produzieren damit sehr eindrucksvolle Fotos — vor allem, weil sie kreative Kompositionen finden.

© 2019 EyeEm Mobile GmbH.