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Wie ein britischer Film Noir: Düstere Aufnahmen der Straßen von London

By Madeline - 6 min read

Joshua Jackson’s ungewöhnliche Straßenfotos fangen die Schönheit der grauen Tage ein.

Joshua K. Jackson (@joshkjack) lebt seit 2002 in London. Nachdem er zehn Jahre lang in der Finanzbranche tätig war, entschied er sich vor kurzem, seiner Leidenschaft für die Fotografie vollzeitlich nachzugehen.

Strassenfotographie

„Am interessantesten bei der Straßenfotografie ist die fehlende Vorhersehbarkeit. Man geht los ohne irgendeine Vorstellung davon, womit man später wieder nach Hause kommt. Dadurch wird Straßenfotografie sehr anspruchsvoll, es macht aber auch Spaß. Dein Blick auf die Welt verändert sich dadurch wirklich. Du fängst an, Dinge zu sehen und auf solche aufmerksam zu werden, die Dir früher vollkommen unwichtig waren.”

Hintergrund

“Obwohl ich schon in der Schule an Fotografie interessiert war, habe ich erst in den vergangenen 12 Monaten damit angefangen, mich auf die Strassenfotografie zu spezialisieren. Ich habe das Potential erkannt, aus diesen Fähigkeiten einen neuen Beruf zu machen. Jetzt arbeite ich an vielen spannenden Werbeprojekten und Editorials. Zugleich mache ich weiterhin Straßenfotografie und unterrichte in meiner Freizeit in Workshops.”

Ort

“Die meisten meiner Fotos mache ich in einer ziemlich kleinen, dicht gedrängten Gegend in der Mitte von London. Es macht mir wirklich Spaß, die täglichen Veränderungen in diesem speziellen Bereich der Stadt zu dokumentieren. Auf den ersten Blick gesehen sehen die Straßen im großen und ganzen immer gleich aus. Aber wenn man etwas an der Oberfläche kratzt, findet sich jeden Tag etwas Neues.”

Zusammenstellung

“Straßenfotografie ist ein Genre in der Fotografie, welches am Leichtesten zugänglich ist. Aber um es gut zu machen, ist sie auch eines der Schwierigsten. Schließlich kann jeder hingehen und mit dem Mobiltelefon Aufnahme machen. Aber wenn das Foto dem Betrachter nicht eine Botschaft oder ein Gefühl übermittelt, vergisst man es auch wieder sehr schnell. Um ein Foto nicht nur „gut“ sondern „erstklassig“ zu machen, braucht man das spezielle Element, das die Szene verbessert und auf ein vollkommen ungewöhnliches oder einzigartiges Niveau transformiert: Licht, Farbe, Struktur, Gesten, etc.“

Technik

“Meine Fotos mache ich mit einer kurzen Telekamera mit einem Objektiv mit Festbrennweite und breche damit die Konventionen. Wenn man für alle Fotografien dieselbe Brennweite verwendet, dann wird dadurch ein gleichmäßiges Aussehen und Gefühl erzeugt. In diesen entscheidenden Augenblicken hilft Dir das auch, den Bildausschnitt besser zu wählen und zusammen zu stellen. Ich fotografiere gerne nach Einbruch der Dunkelheit oder auch bei schwierigem Wetter; vor kurzem habe ich damit angefangen, mehr Licht in meine Arbeiten hineinzunehmen.”

Schichtung

„Ich sehe mich ständig nach besonderen Elementen um, die die Szene irgendwie verbessern. mOft suche ich nach Rahmen um und visualisiere Wege, mit denen Elemente im Vorder- und Hintergrund in Szene gesetzt werden können.
Meiner Meinung nach, erzeugt dass das Hinzufügen von Komplexität zu Bildern bereits ein größeres Interesse für den Betrachter und die Geschichte wird zum Leben erweckt.“

Visionen

„Wenn man für die Straßenfotografie Aufnahmen macht, muss man ganz bewusst aufmerksamer werden – Einzelheiten bemerken, voraussehen und Szenen visualisieren, bevor sie tatsächlich geschehen. Wenn man mit Geduld seine Visionen verfeinert, und übt, sieht man mehr und mehr Gelegenheiten für Aufnahmen, die die Augenblicke rechtzeitig festhalten.

Ratschlag

„Der Schlüssel zur Strassenfotografie ist es, die Scheu davor zu überwinden, öffentlich Fotos zu machen und ein Auge zu entwickeln für gute Szenen. Am Anfang könnte Ihr die Kamera verwenden, die ihr habt, und vergesst die technischen Seiten – die Arbeit an euch selbst ist wichtiger als die Arbeit am Zubehör.“

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